Aus dem "liber redituum conventur praedictorum 1438, fol. 183, im Staatsarchiv Bern
Fontes 2, 112.100
Abschrift:
Wir bruder Horman und all bruder des conventes ze Bern, predigerordens, tun kunt allen den, die disen bryef ansechen oder hôren lesen, nu oder hie nach, das wir mit Rûdolfen dem zimerman, Riders moge, sind ûber ein komen, das er uns sol machen zwifaltig stûl in unserem kor von eichinem holtze, das wir im sôllen geben uf ûnser hofstat, in der wirs und in aller form als unser bruûder stûle ze Friburg in Brisgôw gemacht sind. Und dis ist geschechen mit den gedingen, die hie nach geschirben stand: zûm ersten, de wir im sôllen geben XXV libr. gûter und gemeinder pfennigen, in fyer jaren vom dem tag, als dir bryef gegeben ward, also das wir im jerlichen geben sechs pfund; in den selben fyer jaren sol er die stûle zû allem gereche bereiten un setzen in siner koste aân allen ûseren schaden, nuwand als vil dz wir im und sinen werklûten geben essen und trinken nach ûnser gewonheit, wenne si an den selben stûlen werken. Wer ôch, dz er die selben stûl bereiti und satzti an ir stat, e die fyer jar us kemen, so sôllen wir im doch die pfennig nit geben wan zû dien tagen, als da vor geschriben ist. Wenn aber er si gesetzt an ir stat, so sôllen wir im geben zû minn funf pfund oder ein gewand fur funf pfund. Wir hand im ôch gelobt, dz wir in unseren kosten im sôllen dz holtz geben gesaget, wa man es sagen sol nach der lengi des holtzes, also das zwen sager, der handwerk es ist, die sagen mûssen vyer ôeren oder stund, oder dry. Dir dingen sind gezugen: bruûder Cûno von Yegistorf, brûder Heinrich von Krôchtal, und ander genûg, des sleben ordens und conventes. Das aber dis stet und fest belibe, son hand wir diesen bryef besigelt mit dem ingesigel des vorgenanten unsers conventes. Und ich der vorgeschriben Rudolf Rieders vergych aller der gedingen, die hie vor geschriben sind, und verbind mich mit disem bryef, si stet und fest zû behalten. Wan ich aber nit ingesigels hand, so han ich erbetten herr Lorentzen, den schulthessen zû Bern, das er sin ingesigel leît oder truket and diesen brief. Und das han ich der vorgenannte schulthess getan von bitte wegen des selben Rudolfs. Diese ding geschachen und fiegen an in dem jar, do man zalt von Gottes oder Christus geburt drizechen hundert jar, zû heilgen crûtzes mess zû herbsten.
(Datum stimmt nicht Lorenz Münzer war erst 1302 Schulthess. Begründung in den Fontes: Fehler in der Abschrift)