Namensherkunft

 

Der Familienname NENTWICH ist - nach dem Schlesischen Namensbuch des Historikers und Namensforschers Dr. phil. Hans Bühlow (1900-1982) - ein altdeutscher Taufname und bedeutet nach dem deutschen Germanisten Karl Weinhold (1823–1901) als Umkehrung von "Wignand" (= "Nandwig" oder "Nantwig") soviel wie "Der kühne Kämpfer" (nand = kühn, wig = Kampf).

Nach dem österreichische Historiker Karl Lechner (1897–1975) ist unter den Zeugen einer Seelgerätsstiftung der Adelheid von Hohenburg für das reichsunmittelbare adelige Damenstift Obermünster in Regensburg (zwischen 1122 und 1140) ein "Nentwich de Austria" genannt.

In den Göttweiger Traditionen um 1131-1133 scheint ein Brüderpaar "Nentwich und Otto" auf, von denen der erste als Mönch in Göttweig eingetreten ist.

In den Arbeiten der beiden Historiker Franz Karl und Erich von Guttenberg werden in den beiden im Jahr 1149 ausgefertigten Ersterwähnungsurkunden der Plassenburg ob Kulmbach „Nentwich von Blassenberc“ und sein Sohn Eberhard als zwei der sechs Ministerialen der Grafen von Andechs und späteren Herzöge von Andechs-Meranien geführt. Ein Ministeriale (Plural: die Ministerialen) ist ein im Dienst stehender Beamter. Im Frühmittelalter waren sie zunächst als unfreie Verwalter für Königsgüter, aber auch für den überregionalen Adel und für die Klöster auf lokaler Ebene tätig. Im Hochmittelalter bildete sich aus dieser Schicht der Stand des Dienst- bzw. Ministerialadels heraus.

Im Mittelhochdeutschen Namenbuch von 1903 führt der Historiker Adolf Socin im Gebiet des heutigen Elsaß im Jahr 1186 einen „Ritter Nantwigus“ sowie einen Bauern mit Namen „Nentwigus“ an.

In den an der Uni Innsbruck 1887 erschienenen Studien "Geschichte der Habsburger in den ersten drei Jahrhunderten"  berichtet Dr. Aloys Schulte (1857-1941 ) auf Seite 103, dass "Nantwigus de Watwile" als Zeuge in einer - möglicherweise gefälschten - Bestätigung einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1215 von Graf Albrecht von Habsburg angeführt wird.

Aus dem 16. Jahrhundert liegen mehrfache Nennungen des Familiennamens vor allem aus dem Gebiet Schlesien, der Grafschaft Glatz und dem Adlergebirge vor. Im Schlesischen Namensbuch von Bühlow finden sich folgende Orte mit Einträgen: Glatz (21x), Neurode (5x), Landeck (4x), Schweidnitz (13x), Liegnitz (5x), Görlitz (7x), Neisse Oppeln (5x), Beuthen (5x)

In historischen Aufzeichnungen und Unterlagen finden sich auch diverse Doppelnennungen durch Abwandlung (NENTWIG, NENDWICH, NENDWIG, usw.)